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Leserreise zu den Festspielen

Ohne lange Wartezeit beim Opern-Event des Jahres dabei sein, so beschreibt die Zeitschrift „Bunte“ ihre Leserreisen nach Bayreuth. Angeboten werden Karten für sämtliche Vorstellungen, inklusive Premiere, in verschiedenen Preiskategorien.

Bayreuth und die Wagner-Festspiele bereits für 995 Euro: Zwei Übernachtungen im Golfhotel Fahrenbach, eine Flasche Champagner, Obstkorb, Einführungsvortrag und Abendbüfett inklusive Getränke nach der Vorstellung – so das Angebot. Gebucht werden können diverse Pakete mit zwei Aufführungen, ein halber Ring oder ein Ring total.
Für viele Wagner-Fans, die seit Jahren auf eine Karte warten, kann ein solches Angebot nur ein Affront sein. Aus welchem Kontingent schöpft das mit der Zeitschrift zusammenarbeitende Reiseunternehmen Classic Highlights Reisen GmbH? „Das ist eine gute Frage“, so Festspiel-Pressesprecher Peter Emmerich, „doch so viel ist klar, aus keinem Kontingent der Festspiele und auch nicht mit deren Billigung oder Duldung“. Classic Highlights Reisen sei einer jener Anbieter, die sich auf dem Schwarzen, Grauen oder, wie es freundlicher genannt werde, auf dem Sekundärmarkt bediene, so Emmerich weiter. Über den Erwerb der Karten könne man nur spekulieren.
Bereits Wolfgang Wagner wollte zu seinen Lebzeiten den Schwarzmarkt durch personalisierte Festspielkarten unterbinden. Personalisiert sind die Festspielkarten zwar nach wie vor, denn der Name des Erstkäufers steht auf dem Ticket. Was Wolfgang Wagner damals anstrebte, nämlich nur die auf der Karte genannte Person sollte Zutritt erhalten, ließ sich nicht verwirklichen.
Ab 2011 kamen feste Karten-Kontingente bei den Bayreuther Festspielen nach Kritik des Bundesrechnungshofes auf den Prüfstand. Karten für Gewerkschaften, Reiseveranstalter oder die Richard-Wagner-Verbände wurden reduziert oder gar völlig gestrichen.
Die althergebrachte Tradition, in Papierform Karten bei den Bayreuther Festspielen zu bestellen, ist ebenfalls längst revolutioniert. Seit 2012 werden die Tickets auch online und im Sofort-Verkauf angeboten. Diese Möglichkeit, für alle Vorstellungen ohne Wartezeit Karten zu erwerben, soll auch dem Schwarzmarkt entgegenwirken.
Für Peter Emmerich liegt es auf der Hand, dass die Karten für die „Bunte“-Leserreisen aus privaten Quellen stammen. Die einschlägigen Händler bzw. Abnehmer halten sich selbstverständlich mit Informationen über ihre Quellen äußerst bedeckt. Eine Kooperation zwischen dieser Art Anbieter und den Bayreuther Festspielen bestreitet der Pressesprecher vehement.
Pro Vorstellung gibt es im Festspielhaus 1.925 Plätze. Bei insgesamt 30 Vorstellungen werden 57.750 Karten verkauft. Heuer ist ein Ring-Jahr, deshalb stehen weniger Karten zur Verfügung, weil die vier Vorstellungen der Tetralogie nur als Kartenpaket verkauft werden.

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