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Ein Flugsaurier als Geschenk

Die versteinerten Überreste eines urzeitlichen Flugsauriers bekam das Urweltmuseum Bayreuth dieser Tage aus dem Besitz der Bayreuther Sammlerfamilie Eicken in einer Feierstunde geschenkt. Weltweit werden immer wieder Überreste von Flugsauriern gefunden. Diese Reptilien eroberten als erste Wirbeltiere den Luftraum, Millionen Jahre vor den Vögeln. Was nur wenige wissen: Auch über dem Urweltmeer nahe Bayreuth jagten diese Tiere vor über 180 Millionen Jahren nach Beute. Flugsaurier mit Namen Dorygnathus, was übersetzt Lanzenkiefer bedeutet, erreichten eine Flügel-Spannweite von über einem Meter. Sie hielten über der Wasseroberfläche Ausschau nach Fischen. Erblickten sie die Beute, so stießen sie ins Wasser und schnappten mit ihren langen Zähnen nach ihren Opfern.
Wohl bei einem Sturm ereilte einen Flugsaurier sein Schicksal, er stürzte ins Meer, ertrank und sank auf den Meeresboden. Dort wurde er in das Sediment eingebettet und versteinerte. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte ein Arbeiter in einem Stein aus der Tongrube Mistelgau, den er einer Mauer hinzufügen wollte, die Knochen des Tieres.
Er übergab den Fund dem Oberlehrer Herppich, der schnell erkannte, dass es sich bei den Knochen um die Reste eines Flugsauriers handelte. Aus der Sammlung Herppich gelangte die Gesteinsplatte in den Besitz von Dr. Günther
Eicken aus Bayreuth.
Dr. Ruppert Wild bestimmte in den 70er Jahren den Flugsaurier und gab ihm den Namen Dorygnathus mistelgauensis, der Lanzenkiefer aus Mistelgau. Maria Eicken, die Witwe von Dr. Günther Eicken, schenkte den Flugsaurier dem Urwelt-Museum Oberfranken. In einer großen Feier mit über 70 geladenen Gästen wurde das Exponat feierlich übergeben und in eine Vitrine des Museums gelegt. Zusammen mit einem Unterkiefer aus dem Fundus des Museums wird das Exponat jetzt neben Erklärungstafeln auf attraktivste Weise präsentiert. Über der Vitrine schwebt ein lebensgroßes Flugsauriermodell.                                 

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