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Die Bürger werden entscheiden

Der 13. März 2016 steht in Bayreuth ganz im Zeichen der direkten Demokratie. Voraussichtlich wird an diesem Tag nämlich über zwei Bürgerbegehren entschieden: Einmal über das Bürgerbegehren zum Erhalt der Rotmainhalle und zum zweiten über ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Grundschule an der Graserschule mit Sanierung des bestehenden Schulgebäudes. Den beiden Bürgerbegehren werden von Seiten des Stadtrates voraussichtlich jeweils Ratsbegehren entgegengestellt, die sich für eine konträre Zielsetzung aussprechen.
Am vergangenen Donnerstag luden in Sachen Graserschule die Fraktionssprecher von CSU, SPD, FDP/DU und Junges Bayreuth zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein, um ein Ratsbegehren in Sachen Graserschule anzukündigen. Die beteiligten Fraktionen, die im Stadtrat mehrheitlich ihre Forderung nach einem Neubau der Graserschule auf einem Grundstück des Bezirks Oberfranken in der Nähe des Nordrings durchgesetzt hatten, wollen ihren Standpunkt in der Sache nun dem Bürgerbegehren entgegen und ebenfalls zur Abstimmung stellen.
„Alles spricht von der Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Bildung und wenn ein Schritt in diese Richtung gemacht wird, kommt dann ein wesentlich von BG und Bündnis 90/Die Grünen parteipolitisch getragenes Bürgerbegehren“, zeigte CSU-Fraktionschef Dr. Stefan Specht wenig Verständnis für die Unterschriftensammler in Sachen Graserschule.
„Am neuen Standort wird die Graserschule nicht mehr ganz am Rande, sondern im Herzen des Schulsprengels liegen. Alle Schüler haben dann einen relativ kurzen Schulweg. Außerdem wird der Unterricht nicht durch jahrelange Bau-
arbeiten, die bei einer Sanierung der bestehenden Graserschule anstünden, behindert. Nach der Fertigstellung können die Kinder in eine neue, großzügig nach modernsten gesichtspunkten gebaute Schule mit Mensa, Speisesaal, Aula und Sportanlagen umziehen. Zum Nordring hin wird ein Lärmschutzwall gebaut und für die Kinder gibt es einen Pausenhof im Grünen“, kündigten Iris Jahn (Junges Bayreuth) und Thomas Hacker (FDP) an. Hacker betonte zudem, dass auch bei einer Sanierung der bestehenden Graserschule die Schulpavillons am Grünen Hügel nicht erhalten bleiben können, da die Regierung von Oberfranken nur ein Schulhaus pro Schulsprengel fördert.
Die grob ermittelten Kosten für einen Schulneubau bezifferte Hacker auf sechs bis sieben Millionen Euro. Wenn man 40 Prozent Förderung der Freistaates Bayern abziehe und die  Kosten für das vom Bezirk Oberfranken zu erwerbende Grundstück dazu zähle, bliebe die städtische Kostenbeteiligung voraussichtlich unter fünf Millionen Euro und damit in einer Größenordnung, die auch die Sanierung des bestehenden Schulhauses kosten würde. Fördertechnisch wäre man bei der Sanierung der bestehenden Graserschule schlechter gestellt als bei einem Neubau, da die Regierung von Oberfranken immer nur den üblichen Raumbedarf fördere, das bestehende Schulhaus aber über mehr und größere Räume verfüge.
SPD-Fraktionschef Thomas Bauske betonte, dass bei einem Neubau der Schule keinesfalls das bestehende Schulhaus der Graserschule abgerissen werden solle. Vielmehr gebe es mehrere Nachfolgenutzungsmöglichkeiten, etwa durch das Stadtarchiv, das Straßenverkehrsamt oder auch eine Nutzung für die Lehrerbildung.

Statement der Schulleitung
„Die Schulleitung der Schule und auch die Mehrheit des Kollegiums haben sich für einen Neubau ausgesprochen“, erklärte Andreas Huber, der Rektor der Graserschule, gegenüber der Bayreuther Sonntagszeitung. „Im Zusammenhang damit spielen für uns die finanziellen Mittel vorrangig erst mal  keine Rolle, uns geht es dabei um was ganz anderes. Wir denken, der Neubau ist eine einzigartige Chance für unsere Schule und man müsste sich schon gute Gründe überlegen, weshalb man sich solch eine Chance entgehen lässt. Mit dem Neubau sind natürlich gewisse Vorteile verbunden, die bei der Sanierung des Altbaus nicht ganz so berücksichtigt werden können. Einer der wichtigsten Gründe für uns ist die Lärmbelastung. Das neue Gelände hat einen Lärmschutzwall. Auch der kürzere Schulweg für die Mehrzahl der Schüler  spielt eine wichtige Rolle. Wir bräuchten dringend eine Mensa für die Ganztagsschule und eine großzügige Aula für Veranstaltungen. Außerdem hat der Neubau einen wesentlich größeren Außenbereich, was Super-Chancen auch für die Pausen bietet. Der Außenbereich soll grün bepflanzt werden, es könnte eine Außensportanalage gebaut werden und man würde somit auch von der Straße nicht so viel mitbekommen. Ein wesentlicher Punkt ist auch die funktionale Gliederung des Innenbereiches. Man könnte Bereiche zusammen fügen die zusammen gehören. So könnte man zum Beispiel Klassenstufentrakte, ein Ruhezimmer und ein Spielezimmer bilden. Möglich wären auch Lernwerkstätten, sogenannte offene Lernräume. Man könnte all diese Dinge im Altbau vielleicht ansatzmäßig realisieren aber nicht so wie in einem Neubau.  Nicht verschweigen möchte ich natürlich, dass auch das alte Gebäude seine Vorteile bietet, wie die Zahl und Größe der Klassenzimmer und die Nähe zur Innenstadt. Diese Vorteile muss man auch anerkennen. Jedoch sind die gestalterischen und planerischen Möglichkeiten einfach ganz anders wenn man neu baut, als wenn man nur umbaut. Wir hätten bei einem Neubau die Chance, eine ideale Schule zu schaffen und diese Chance wollen wir uns ungern entgehen lassen“, so Andreas Huber.
„Als Sachaufwandsträger ist die Stadt Bayreuth zuständig für die Einteilung der Schulsprengel. Bei Bedarf kann natürlich eine Änderung vorgenommen werden, ist jedoch sowohl mit uns als auch der Regierung von Oberfranken abzusprechen. Wir vom Staatlichen Schulamt achten darauf, dass die Klassenstärken im Stadtgebiet einheitlich sind und das ausreichend Lehrpersonal zu Verfügung steht“, erklärte Dr. Günter Roß, der Leiter des Staatlichen Schulamtes. „Der Trend liegt derzeit bei steigenden Schülerzahlen im Stadtgebiet, das belegen auch die Geburtenzahlen, die wir natürlich im Auge haben. In Bayreuth wird in neun Grundschulen und drei Mittelschulen unterrichtet. Je nach Stadtteil sind die aktuellen Schülerzahlen und deren Entwicklung differenziert. Die Grundschule mit den meisten Schülern ist die
Luitpoldschule, dort werden 323  Kinder unterrichtet. Eine kleine Schule ist St. Johannis, dort gehen 166 Kinder zur Schule. Die Graserschule besuchen 252 Schüler, bei gleichbleibender Tendenz“. 

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